Regionaltreffen: Landesprogramm Sport & Flüchtlinge

Mittwoch 02.11.2016

Regionaltreffen zum Landesprogramm Sport und Flüchtlinge

02.11.2016 im Jugendheim in Okriftel

Regionaltreffen zum Landesprogramm Sport und Flüchtlinge

Okriftel. Die Veranstaltung, die vom Sportkreis Main-Taunus ausgerichtet wurde, fand großen Zuspruch. Knapp drei Stunden diskutierten mehr als 30 Verantwortliche aus den unterschiedlichen Bereichen über Erfahrungen, die sie im vergangenen Jahr in der gemeinsamen Arbeit mit Flüchtlingen gesammelt hatten. Gleichzeitig warfen sie einen Blick in die Zukunft. Resultat daraus: Es werden weiterhin ehrenamtliche Sport-Coaches gesucht, die in Verbindung mit Sportvereinen und Gemeinden Netzwerkarbeit betreiben.


Nicht nur „drüber reden“

Einer von ihnen ist Thomas Keller. Den Flörsheimer, dessen Sohn bei der ortsansässigen DJK im Fußballverein aktiv ist, treibt die gute Tat an. „Es wird grundsätzlich immer viel geredet, dass man mal etwas Gutes tun müsse. Viele Menschen belassen es am Ende aber beim ’darüber reden’ und werden selbst nicht aktiv“, hat der 48-Jährige erkannt. In einer Rüsselsheimer Grundschule leitet er Sportunterricht und hat nicht nur dort gesehen, dass viele Kinder aus nach Deutschland geflüchteten Familien noch keinen Anschluss gefunden haben. „Sport“, sagt Keller, „ist eine der besten und schnellsten Möglichkeiten zur Integration“. Seit einem Monat ist er als erster Sport-Coach in Flörsheim aktiv und bemüht sich nun um einen regen Austausch mit der Stadtverwaltung. Wie viel Arbeit damit auf ihn zukommt? „Das kann ich noch gar nicht einschätzen. Viele potenziell Interessierte schreckt vielleicht der Zeitaufwand ab. Ohne es selbst versucht zu haben, kann man das aber nicht mit Bestimmtheit sagen.“

Tipps könnte er sich bei Ralph Overdick holen, der seit Mai dieses Jahres gemeinsam mit Friederike Röhr für die Stadt Hofheim zuständig ist. „Wir haben bis heute sehr viel Vorarbeit geleistet und versuchen nun in den kommenden Wochen und Monaten konkrete Angebote zu betreuen“, sagt Overdick, der seine Kontakte als ehemaliges Vorstandsmitglied des TV Lorsbach einsetzen möchte.

Fragebögen als Basis

Die Arbeit an der Basis sah so aus, dass in den Flüchtlingsunterkünften Fragebögen verteilt wurden, auf denen Jungen und Mädchen ankreuzen konnten, welcher Sportart sie gerne nachgehen würden. Das Angebot umfasste eine riesige Bandbreite von Fuß- und Handball über Judo bis hin zu Schach. Hoch im Kurst standen besonders die Ballsportarten, mehr als die Hälfte aller Gefragten begeisterten sich für Schwimmen.

Volker Rehm, Programmkoordinator „Sport und Flüchtlinge“, zeigte in seiner Präsentation, dass es aktuell 246 geförderte Städte und Gemeinden in ganz Hessen gibt, in denen 352 Sport-Coaches aktiv sind. Zum größten Teil sind dies Menschen, die bestens in mindestens einem Verein vernetzt sind, Pflicht ist das aber natürlich nicht. Aus dem Main-Taunus-Kreis sind neben Flörsheim auch Bad Soden, Hattersheim und Sulzbach mit einem Sport-Coach vertreten. In Kelkheim gibt es – wie in Hofheim – zwei aktive Sport-Coaches. Erschwert wird deren Arbeit in naher Zukunft durch begrenzte Hallenkapazitäten. Für Sport im Freien, da waren sich alle Teilnehmer einig, ist es in den Wintermonaten zu kalt. Die Witterungsbedingungen lassen regelmäßig wiederkehrende Angebote nicht zu. Um diese Zeit zu überbrücken und Lösungen zu finden, ist der Austausch untereinander umso wichtiger. Ziel ist es, dass sich die Gemeinden gegenseitig unterstützen, Tipps und Hilfestellungen geben.

Wer sich für die Arbeit der Sport-Coaches interessiert kann sich an Stefan Vicen Moreno, Koordinator für Flüchtlingssport, vom Sportkreis Main-Taunus wenden. Telefonnummer: 06192 / 22957
 

Autor: Nils Malzahn

 
 
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