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veröffentlicht am 30.11.2018

Landesprogramm Sport und Flüchtlinge

Regionaltreffen der Sportkreise Hochtaunus und Main-Taunus

Landesprogramm Sport und Flüchtlinge
Auch im dritten Programmjahr des Landesprogramms Sport und Flüchtlinge trafen sich auf Einladung der Sportkreise die Programmverantwortlichen der Kommunen, die Sport Coaches, Vereinsvertreter und Kommunalpolitiker zum Erfahrungsaustausch. In ihren Begrüßungsworten betonten die Sportkreisvorsitzenden Hans Böhl (Main-Taunus) und Norbert Möller (Hochtaunus), sowie der erste Kreisbeigeordnete des MTK, Wolfgang Kollmeier, die Integrationskraft des Sports.
 
Erster Kreisbeigeordneter des MTK, Wolfgang Kollmeier, unterstrich in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit zwischen Politik und Sport. Den „Mitmach-Kreis“ MTK zu gestalten, hieße auch, die Flüchtlinge mitmachen zu lassen. Hans Böhl betonte, dass die Sportvereine zwar vielfältige Integrationsmöglichkeiten bieten, aber die Unterstützung der Politik dennoch benötigt wird.
 
Wie Annamaria Peter von der Sportjugend Hessen den 40 Teilnehmern berichtet, stellt das bundesweit einmalige Programm des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen den Kommunen in diesem Jahr 1,7 Mio. Euro für die Integration durch Sport zur Verfügung. Abhängig von der gemeldeten Zahl der Flüchtlinge erhalten die Kommunen mindestens 5000 Euro um Sportangebote für Flüchtlinge zu initiieren. Sie weist die Vertreter der Kommunen darauf hin, dass alle für 2018 bewilligten Gelder bis zum 31.12.18 ausgegeben werden müssen – ein Übertrag auf das kommende Jahr ist nicht möglich. In 238 Städten und Gemeinden stellen 300 ehrenamtliche Sport Coaches den Kontakt zwischen Flüchtlingen, Asylbetreuung und Sportvereinen her.  
 
Auch für 2019 hat das HMdIS wieder Fördermittel bereitgestellt. Die Antragsunterlagen werden demnächst an die Kommunen versandt oder können dann auch von unserer Homepage heruntergeladen werden. Antragsschluss für das neue Programmjahr ist der 31.03.2019. Annamaria Peter stellt die Neuerungen für 2019 vor. In einer 2. Fördersäule sind zusätzlich Maßnahmen förderfähig, die ehrenamtliches Engagement von Geflüchteten unterstützen. Dies können u.a. sein:
  1. Aufwandsentschädigung eines zusätzlichen Sport-Coaches mit persönlicher Zuwanderungsgeschichte, der zusammen mit einem Sport-Coach ohne eigenen Zuwanderungshintergrund die entsprechenden Aufgaben wahrnimmt.
  2. Kosten für Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen aus dem Bereich des organisierten Sports mit dem Ziel der Aufnahme einer freiwilligen Tätigkeit in einem Sportverein. Gefördert werden ausschließlich Tandems, die aus einer Person mit persönlicher Zuwanderungsgeschichte und einer weiteren Person ohne einen solchen Zuwanderungshintergrund bestehen.
  3. Kosten für eine Schulungsmaßnahme im Bereich Sport mit Geflüchteten im Verein bzw. interkulturelle Kompetenz für Sportvereine.
 
In einer Diskussionsrunde berichteten die Integrationskoordinatoren des Hochtaunuskreises José Rodrigues dos Santos und Renzo Sechi wowie Schiedsrichterobmann Erdal Akemlek über ihre Erfahrungen zum Thema Integration durch Sport.

Die neue WIR-Koordinatorin des Main-Taunus-Kreises, Lena Feilke, stellte sich und das Hessische Landesprogramm WIR „Wegweisende Integration Realisieren“ vor. Da es einige Schnittmengen zum Landesprogramm Sport und Flüchtlinge gibt, ist eine Zusammenarbeit mit dem Sport Coaches und Kommunalvertretern in bestimmten Projekten – z.B. Antidiskriminierungsprojekten – möglich. Das Integrationsbüro betreut und bildet die Integrationslotsen aus. Ähnlich wie die Sport Coaches sind die Integrationslotsen ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger (oft selbst mit ausländischem Hintergrund), die eine wichtige Brückenfunktion für ratsuchende Migranten ausüben. Sie wollen Zuwanderern neben alltagspraktischen Hinweisen und Informationen Kenntnisse über die Kultur sowie die Bereiche Soziales, Bildung und Erziehung und Gesundheit vermitteln. Im Vordergrund steht dabei die Hilfe zur Selbsthilfe.

Neben dem Landesprogramm Sport und Flüchtlinge gibt es auch das Bundesprogramm „Integration durch Sport“, für das u.a. Annamaria Peter Ansprechpartner bei der Sportjugend Hessen ist. Über dieses Programm werden besondere Mikroprojekte in Stützpunktvereinen gefördert, Vereine über Möglichkeiten der interkulturellen Öffnung beraten und Vereinsworkshops „Fit für die Vielfalt“ angeboten. Über das Bundesprogramm wird auch die interkulturelle Übungsleiterausbildung angeboten, die mit 160 Stunden umfangreicher ist, als die 120 stündige „normale“ Lizenzausbildung und zusätzlich bei Bedarf einen vorgeschalteten Sprachkurs beinhaltet.

Das neue Initiative „Näher Dran“ der AOK Hessen und Sportjugend Hessen möchte Sportvereine in ihrer Integrationsarbeit unterstützen. Dabei gilt Integration als Überbegriff und umfasst die Themenbereiche Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung sowie Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien. Sie ermöglicht hessischen Sportvereinen das kostenfreie Buchen von Bildungs- und Bewegungsbausteine. Mit diesen Bildungs- und Bewegungsbausteinen, können Vereinsberatungen gebucht werden, Bewegungsangebote im Bereich Inklusion und Integration (z.B. auch interkulturelles Frauenschwimmen oder ein Fahrradlernkurs) gefördert werden oder an Aus- und Fortbildungen – auch die interkulturelle Übungsleiterausbildung oder die Ausbildung zum Sportassistenten – teilgenommen werden.

Die Veranstaltung schloss mit einer Partnerbörse für besondere Angebote wie Frauen-Schwimmkurse oder Fahrradkurse und der Anregung der Integrationskoordinatorin des Sportkreises Main-Taunus, Kathrin Zimmermann, solche Kurse kommunen- oder kreisübergreifend abzustimmen um eine gute Auslastung zu erreichen. Die Integrationskoordinatoren beider Sportkreise sind gern dabei behilflich.

Text und Foto: Kathrin Zimmermann
 
 
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