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veröffentlicht am 06.05.2019

"Ich hab' doch nur...'nen Schnupfen"

Fortsetzung der sportmedizinischen Vortragsreihe gut besucht

"Ich hab' doch nur...'nen Schnupfen"

Am vergangenen Samstag fand in Zusammenarbeit mit den Main-Taunus-Kliniken im Krankenhaus Hofheim der erste sportmedizinische Vortrag 2019 statt. 45 Teilnehmer ließen sich von Evi Lindner - Projektleiterin "Bewegt bleiben" vom Landessportbund Hessen - über die positiven Auswirkungen von Sport in Prävention und Rehabilitation von Krebserkrankungen informieren. Evi Lindner empfiehlt die "halbe Stunde gegen Krebs". Jedes bisschen Bewegung ist besser als keine Bewegung! Viele Studien haben mittlerweile bestätigt, dass 5 mal 30 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche (hierzu zählt auch strammes Spazierengehen), das Risiko an Krebs zu erkranken signifikant senken kann. In der Rehabilitationsphase wird zusätzlich 2-3 mal pro Woche Kraftraining empfohlen, um die körperliche Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Einige Sportvereine im Main-Taunus-Kreis bieten spezielle Bewegungsangebote für (ehemalige) Krebspatienten an - häufig auch in Form von Rehasportangeboten, die vom behandelnden Arzt verordnet werden. Informationen zu den Angeboten erhalten Sie in der Servicestelle Sport, Telefon 06192 22957, Mail info@sk-mtk.de.

Stefan Teetz, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik II (Gastroenterologie) im Krankenhaus Bad Soden, berichtete wie richtige Ernährung und Trinkverhalten die sportliche Leistung stabilisieren bzw. verbessern kann. "Die Qualität der täglichen Ernährung bestimmt auch die Qualität der sportlichen Leistung", betone Stefan Teetz. Wer sich regional und saisonal entsprechend der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ernähre, benötige als gesunder Sportler keine Nahrungsergänzungsmittel. Er empfiehlt das Essen bewusst zu genießen, ohne Ablenkung durch Nebentätigkeiten (Fernsehen, Arbeit u.ä.) und langsam zu essen - am besten nur kleine Bissen zu sich zu nehmen und diese am besten mindestens 10 x zu kauen. Da das Sättigungsgefühl erst nach ca. 20 Minuten einsetzt, nimmt man auf diese Weise viel besser wahr, wann der Körper gesättigt ist. Er empfiehlt Sportlern das rechtzeitige Auffüllen der Energiespeicher, ggfs. auch während des Trainings. Bei vollständiger Entleerung der Kohlenhydratspeicher (Glykogenspeicher) dauert es ca. 2 Tage bis sich die Speicher wieder gefüllt haben. Die Aufnahme kohlenhydratreicher Kost kann dies auf einen Tag reduzieren. Je früher die Glykogenreserven nach hohen Belastungen wieder aufgefüllt werden, umso schneller und besser regeneriert sich der Körper. Bei Mineralwassern (möglichst ohne Kohlensäure) sollte auf gute Qualität geachtet werden, da die billigen Wasser nicht über ausreichend Mineralstoffe verfügen. Wasser oder auch Saftschorlen (3:1) sollten rechtzeitig getrunken werden und nicht erst wenn der Körper den Mangel durch Durst anzeigt.

Unter der Überschrift "Ich hab doch nur... 'nen Schnupfen!" beleuchtete Dr. med. Malte Stünckel, Oberarzt in der Medizinischen Klinik II im Krankenhaus Bad Soden; Sport-Kontraindikationen bei Erkältung bzw. grippalen Infekten, bei der Einnahme von Medikamenten, insbesondere Antibiotika, bei Hitze und hohen Ozonwerten. Dr. Stünckel betonte, dass es oft nicht möglich sei, Grippe und Erkältung anhand der Symptome zu unterscheiden. Bei 1 - 5% der Patienten mit einem viralen Infekt komme es zu einer Beteiligung des Herzens in Form einer Herzmuskelentzündung. Grundsätzlich gelte: "Bei Fieber und Einnahme von Antibiotika kein Sport!" Blutdrucksenker seien häufig auch harntreibende Mittel. Diese verstärken den Verlust von Flüssigkeit und Blutsalzen durch Schwitzen und können dann zu Blutdruckabfall und Schwindel führen. Intensive Sonneneinstrahlung führe zu hoher Ozonbildung in den unteren Luftschichten - verstärkt durch Autoabgase in Ballungsräumen. Damit könne es zu einer verminderten Lungenfunktion und Atemwegsbeschwerden (z.B. Asthma) kommen, die sich bei körperlicher Anstrengung verstärken - Vorsicht ist daher angesagt bei empfindlichen oder vorgeschädigten Personen. Dr. Stünckel empfiehlt, das Training auf den Morgen oder Abend zu verlegen.

Moderator Robert Gorzolla, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im MVZ des Krankenhauses Hofheim und die zweite Vorstitzende des Sportkreises, Claudia Michels, freuten sich über das große Interesse und kündigten die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe für August 2019 an.

Text: Kathrin Zimmermann + Claudia Michels
Fotos: Kathrin Zimmermann

 
 
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