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veröffentlicht am 17.07.2019

Ein Projekt und seine Geschichten

Modellvereine im Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie

Ein Projekt und seine Geschichten

Die Sportjugend Hessen informiert:

„Mehr Achtsamkeit auf demokratische Werte“, das habe das Projekt DemoS!-Sport stärkt Demokratie bei ihr bewirkt, sagt Gabriele Bentscheck vom RuF Kriftel e.V. Sie ist Vorsitzende in einem der Modellvereine, die das Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie! der Sportjugend Hessen seit 2017 bei der Umsetzung des partizipativen, demokratischen Prozesses begleitet.

Junge Menschen für Engagement gewonnen
Ein zentrales Thema, das alle Modellvereine von Anfang an bewegte, ist die Einbeziehung junger Menschen. Zu den wichtigsten Akteur/-innen im Projekt zählen daher die vereinsinternen Projektleitungen. Diese engagierten Personen zwischen 19 und 38 Jahren sind die Schnittstelle zwischen Projekt und Verein. Sie durchliefen von September 2017 bis April 2018 eine modulare, an den Prozess angepasste Qualifizierung. „Was mir heute noch hilft, sind die Seminare zu Themen wie Konflikte, Konfliktstadien und ihre Bewältigung“, so fasst Richard Pestinger von der TuS Steinbach die Qualifizierung zusammen. Neben einer Aufwandsentschädigung für die vereinsinternen Projektleitungen stehen Sachmittel zur Verfügung, um  konkrete Maßnahmen vor Ort umzusetzen. Damit werden unter anderem Werbematerialien erstellt, Fahrtkosten erstattet oder gemeinschaftliche Veranstaltungen durchgeführt.
Zu Beginn des Projekts wurden in allen Modellvereinen Leitbild-AGs gegründet. Hier trafen sich alle, die am Prozess interessiert waren und sich austauschen wollten. Rebecca Ladner vom TSV Griedel dazu: „Die AG in unserem Verein hat viel Vorarbeit für die Erstellung des Leitbilds geleistet. Ein kleines Team, das sehr effektiv gearbeitet hat.“ Einen großen Anteil am Projekterfolg war der Tatsache geschuldet, dass in den Leitbild-AGs nicht nur die üblichen Engagierten zu finden waren, sondern auch jene, die vorher gar nicht oder nur zu einem geringen Teil an der Vereinsarbeit beteiligt waren.

Expert/-innen in jedem Verein
Eine wesentliche Erkenntnis des Projekts ist: Wer Menschen mitnehmen will, muss sie fragen und einbeziehen. In den Modellvereinen machten sich junge Menschen auf eine kleine Forschungsreise, sie erstellten Fragebögen und führten Interviews. Katharina Schaub vom Judoclub Petersberg beschreibt diesen Effekt so: „Durch das Ausfüllen der Fragebögen hatten alle Mitglieder die Möglichkeit ihre Wünsche und Anliegen zu äußern.“ Bei diesem Arbeitsschritt waren die Mitglieder der Leitbild-AG mit ihren individuellen Fertigkeiten gefragt. So unterstützte beim TV Babenhausen ein IT-affines Mitglied beispielsweise bei der Erstellung einer Onlineumfrage. Durch den leicht zugänglichen Fragebogen nahmen mehr als 400 Mitglieder an der Umfrage teil – ein großer Erkenntnisgewinn für den Verein.

Ein Leitbild gibt Orientierung
In den vergangenen Monaten haben die Modellvereine ihre Leitbilder gemeinschaftlich erarbeitet. Auch nach der Fertigstellung beschäftigen sie sich nun weiterhin mit den aufgeworfenen Fragen. Welche Bedeutung ein Leitbild haben kann, formuliert die Vorsitzende von Lich Basketball, Annette Gümbel: „Ich bin mir sicher, dass wir Lich Basketballer für viele, viele Jahre von diesem Leitbildprozess profitieren werden, weil wir unsere Vereinsziele auch abseits des Sportfeldes definiert und gemeinsam erarbeitet haben.“


Die vielen spannenden Situationen, persönlichen Erlebnisse und natürlich die Vereinsleitbilder werden in den nächsten Ausgaben von Sport in Hessen vorgestellt. Die beteiligten Menschen aus dem Modellvereinen werden von ihren Hochs und Tiefs eines solchen Prozesses berichten und hoffentlich andere Vereine dazu anregen, ihr eigenes Leitbild zu erstellen.


Text: Sportjugend Hessen

 
 
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