« zurück zur Übersicht
veröffentlicht am 22.04.2020

DOSB-Positionspapier

zur Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sports

DOSB-Positionspapier


SPORTDEUTSCHLAND bietet aktive Mithilfe an
 

Der unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisierte Sport hat die von der Politik aus nachvollziehbaren Gründen in der Aufwuchsphase der Corona-Pandemie erlassenen Einschränkungen für sich in vollem Umfang anerkannt und verantwortungsbewusst umgesetzt. Solidarisch trägt er die Fortsetzung der Einschränkungen für das öffentliche wie private Leben in Deutschland mit, solange dies von den politischen Verantwortungsträgern in Abstimmung mit ihren wissenschaftlichen Beratern für notwendig erachtet wird.


Wie auch die übrigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche bietet der organisierte Sport - in bewusster Anlehnung an die Überlegungen im Ad-Hoc-Gutachten der Leopoldina vom 13. April 2020 - für die erste Phase nach einem Ende der aktuell notwendigen Kontaktsperren auf Grund der Corona-Pandemie seine aktive Mithilfe bei der behutsamen Wiederaufnahme gemeinsamer sportlicher Aktivitäten an. Neben einem starken Impuls aus unseren 100 Mitgliedsorganisationen hierfür, haben wir auch Aufforderungen aus der Politik erhalten, rechtzeitig und vorausschauend konkrete Vorschläge zu einem angepassten Sporttreiben vorzulegen. Das Ziel von SPORTDEUTSCHLAND mit seinen über 27 Millionen Mitgliedschaften in rund 90.000 Sportvereinen ist dabei, zwei wichtige Aspekte miteinander zu verknüpfen und dadurch weiterhin solidarisch zu handeln:

Wir wollen durch angepasste Regeln im Sport ein bestmögliches Maß an „sozialer Distanz“ ermöglichen, um unserer gemeinsamen Verantwortung dabei auch weiterhin gerecht zu werden, die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus auf einem für unser Gesundheitssystem beherrschbaren Niveau zu halten. Gleichzeitig wollen wir aber auch der durch Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen resultierenden Vereinsamung und dem Bewegungsmangel sowie den hohen sozialen und psychischen Belastungen in den Familien entgegenwirken. Dies kann u.A. dadurch gelingen, dass wir den vielen Menschen in unserem Land wieder Zugänge zu dem für das physische und psychische Wohlbefinden so wertvollen Sporttreiben in unseren Vereinen ermöglichen. Zu Recht werden unsere Vereine als die sozialen Tankstellen der Gesellschaft beschrieben und gerade für die Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien bietet das gemeinsame Sporttreiben einen unschätzbar positiven sozialen Wert.

Wie kann das gelingen?

Als Dachverband des organisierten Sports gibt der DOSB gemeinsam mit Medizinern erarbeitete Rahmenbedingungen für ein angepasstes Sporttreiben vor. Entlang dieses Orientierungsrahmens werden wir unsere Sportfachverbände mit ihren Verbandsärzten auffordern,sich mit sportartspezifi-schen Übergangs-Regeln für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und wenn möglich eines modifizierten Wettkampfbetriebs auseinanderzusetzen. Wir werden ein deutlich anderes Sporttrei-ben erleben, bei dem Solidarität, Bewegung, Spiel und Spass bewusster in den Vordergrund rücken. Diese Regeln für ein verändertes, an die aktuelle Situation angepasstes Sporttreiben werden wir bis an die Basis der Vereine tragen.

Das Einhalten eines Regelwerks und ein hohes Maß an Disziplin sind dem Sport immanent und werden dafür sorgen, dass mit Hilfe von Übergangs-Regeln zum Sportbetrieb und ihrer konsequenten Anwendung das Ansteckungsrisiko minimiert wird. Unstrittig ist dabei, dass beim „neuen“ Sporttreiben viele gewohnte Aktivitäten und Wettkampfformate vorübergehend unterbleiben müssen. Dies gilt sowohl für die konkrete Ausübung der Sportarten, aber auch für das soziale Miteinander im Umfeld des aktiven Sports. Hier setzen wir auf die wertvollen Organisationsfähigkeiten und die hohe Ei-genverantwortung bei Sportler*innen, Trainer*innen und Verantwortlichen im Verein.

Die 10 Leitplanken des DOSB:

  • Distanzregeln einhalten
  • Körperkontakte auf das Minimum reduzieren
  • Freiluftaktivitäten präferieren
  • Hygieneregeln einhalten
  • Umkleiden und Duschen zu Hause
  • Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen
  • Veranstaltungen wie Mitgliederversammlungen und Feste unterlassen
  • Trainingsgruppen verkleinernAngehörige von Risikogruppen besonders schützen
  • Risiken in allen Bereichen minimieren

Unter diesen Leitplanken die Mitglieder in den rund 90.000 Sportvereinen in SPORTDEUTSCHLAND stufenweise wieder zu aktivieren und sie in ihrer Eigenverantwortung und ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement zu stärken, indem sich der autonome Sport selbst angepasste Regeln in Zeiten von Corona auferlegt, hat unzählige Vorteile:

  • Menschen kommen wieder in Bewegung und stärken dabei ihr Immunsystem,
  • Menschen finden beim Sporttreiben einen Ausgleich in schwierigen Zeiten,
  • Sportvereine und ihre Trainer*innen sind wieder aktiv für ihre Mitglieder da,
  • soziale Bindungen werden trotz Wahrung der Distanz wieder aktiviert,
  • Menschen können wieder selbstbestimmter ihr Leben gestalten,
  • zivilgesellschaftlich organisierter Sport finanziert sich wieder selbst.
Daher möchten wir Sie ermutigen, im Falle einer sukzessiven Aufhebung der bestehenden Kontaktsperren den organisierten Sport mitzudenken und mit Vertrauen in die Fähigkeiten von SPORTDEUTSCHLAND das vereinsbasierte, auf die Situation angepasste Sporttreiben in Deutschland unter den Leitplanken des DOSB und den sportartspezifischen Übergangsregeln der Fachverbände zuzulassen.

Quelle: DOSB
 
 
Facebook Account RSS News Feed