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veröffentlicht am 01.06.2014

Präsident des Landessportbundes beim Sportkreis Main-Taunus

Projekte und Erfahrungsaustausch standen im Mittelpunkt


Hans Böhl

Sportkreisvorsitzender Hans Böhl erläuterte die Situation der verschiedenen Sportvereine im Main-Taunus-Kreis. Vereine, die eigene Immobilien haben, seien mit exorbitanten Aufgaben konfrontiert: Brandschutz, Sicherheitsvorschriften, Steuervorschriften, Renovierungsarbeiten und ökologisch sinnvolle Sanierungen, um nur einige Punkte zu nennen. Auch die anderen Vereine hätten mit den Folgen der steigenden Belastungen für Vereinsvorstände zu kämpfen. Es müsse auf politischer Ebene mehr dafür getan werden, dass Vereine ihre Leistungen in gewohntem Umfang anbieten könnten ohne in Verwaltungsvorschriften zu ersticken.
„Der Schritt, dass der Sportkreis Main-Taunus seit knapp zwei Jahren ein eingetragener Verein ist, hat sich nicht als Nachteil erwiesen. Die Selbstständigkeit auf der einen Seite gibt mehr Flexibilität in den Entscheidungen. Trotzdem bleibt der Landessportbund Hessen als Dachverband ein wichtiger Partner“, versicherte Hans Böhl. Der Präsident des Landessportbundes Dr. Rolf Müller gratulierte dem Sportkreis dafür, den Schritt in die Selbstständigkeit als eingetragener Verein gemacht zu haben. Es sei deutlich sichtbar, dass in dieser Region die Weichen für den Sport in die richtige Richtung gestellt worden seien und attraktive Angebote sowohl vom Sportkreis als auch von den Vereinen der Region zu gute kommen würden.
Dr. Rolf Müller
Sporthallen und Hallenbäder
Im Gespräch wurde auch klar, dass Vereine keine riesigenSporthallen brauchen, sondern kleinere Hallen für Seniorensport, Yoga und andere interessante Angebote, die im Gesundheitsbereich besonders nachgefragt sind. Da Dr. Rolf Müller als ehemaliger Präsident des Hessischen Schwimmverbandes auch die Entwicklung der Bäderlandschaft gut kennt, wurde das Fehlen von Schwimmhallen für das Schwimmenlernen und den Schwimmsport im Main-Taunus-Kreis thematisiert. Als vorbildlich wurde die Kooperation der Städte Kelkheim und Hofheim beim Bäderbau hervorgehoben. Aber auch dieses Hallenbad könne den Bedarf für die Schulen und Vereine nicht alleine decken. Gäbe es verteilt im Main-Taunus-Kreis mehr Hallenbäder, würden sich die Anfahrtswege besonders für die Schulkinder verkürzen und die Zeit im Wasser verlängern, erläuterte die stellvertretende Vorsitzende Marion Polydore.
Der Landrat Michael Cyriax, so die einhellige Meinung der Vorstandsmitglieder, steht dem Sport im Main-Taunus-Kreis positiv gegenüber. Aber nicht nur der Main-Taunus-Kreis unterstützt die Vereine finanziell, sondern auch andere Institutionen und Firmen. Allerdings ist zu verbuchen, dass die Spendenhäufigkeit und auch die Höhe der Zuwendungen abnehmen. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kann dies nicht immer ausgleichen. Die stellvertretende Sportkreisvorsitzende Irmgard Krönung stellte die Möglichkeiten dar, wie durch Kooperation mit Sparkassen, Banken und anderen Wirtschaftsunternehmen Geld in die Vereinskassen kommen kann. „Ich wundere mich, dass zugesagte Spenden von Sportvereinen häufiger nicht abgeholt werden. Diese Gelder kommen dann über den Sportkreis den Sportvereinen zu Gute“, führte sie weiter aus.
Bildung, Schule und Verein
Der Sportkreis Main-Taunus ist seit Mitte 2013 Mitglied in der Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen. Sabine Frank, Sportkreisvorstandsmitglied Bildung und Personalentwicklung lobte darüber hinaus die Kooperationen mit dem Turngau Main-Taunus, den Sportkreisen Hochtaunus, Main-Kinzig und der Sportjugend Hessen. Gemeinsam werden Lehrgänge und Seminare geplant, ausgeschrieben und durchgeführt. „Die Lehrgänge sind sehr gut besucht und fast immer ausgebucht. Die Teilnehmer schätzen es, sich in der Region fortzubilden,“ stellte Sabine Frank zufrieden fest. Viele würden sich schon von früheren Veranstaltungen her kennen und motivierten sich auch gegenseitig, sich weiter zu qualifizieren. Außer in der Fortbildung engagiert sich die Liederbacherin auch, den personellen Neuaufbau der Sportkreisjugend voran zu treiben.
Ursula Groth, Vorstandsmitglied Kindergarten, Schule, Hochschule berichtete von der Sitzung im Schulamt Main-Taunus/Groß-Gerau, bei der die Zuschüsse für die neuen Kooperationsverträge zwischen Schulen und Vereinen besprochen und genehmigt wurden. Bisher werden im Main-Taunus-Kreis rund 50 Kooperationen entweder durch das Landesprogramm „Schule und Verein“ oder vom Main-Taunus-Kreis bezuschusst. Da noch nicht alle Gelder ausgeschöpft seien, könnten weitere Kooperationspartner noch kurzfristig einen entsprechenden Antrag beim Schulamt stellen.
Broschüre Gesundheit und Bewegung
Das Vorstandsmitglied Gesundheit und Bewegung Claudia Michels und Thomas Zimmermann, hauptamtlicher Mitarbeiter des Sportkreises arbeiten seit einem Jahr daran, die Aktion Gesundheit und Bewegung im Main-Taunus-Kreis zu etablieren. Um die Idee weiter zu tragen, wurden Kontakte zu weiteren Multiplikatoren hergestellt und ein Netzwerk zum Informationsaustausch ins Leben gerufen. Ihm gehören Wolfgang Kollmeier, Gesundheitsdezernent und Erster Kreisbeigeordneter, weitere Vertreter des Main-Taunus-Kreises, des Gesundheitsamtes des Main-Taunus-Kreises, Ärzte und weitere Vertreter des Sports an. Die Broschüre „Gesundheit und Bewegung“, in der die Vereine ihre Angebote aus dem Gesundheits- und Rehabilitationssport anbieten können, ist mittlerweile schon in der zweiten Auflage veröffentlicht. Die dritte Auflage ist in Vorbereitung.
Finanzen
Aus dem Bereich der Schatzmeisterin Gabriele Scholze-Kurz gab es auch nur positive Signale. Die Finanzen des Sportkreises sind geordnet und die Planungen für die Zukunft sind mit dem Landessportbund entsprechend abgestimmt. Da Gabriele Scholze-Kurz auch für die Bereiche Umwelt und Sportstättenentwicklung zuständig ist, können sich Sportvereine gerne auch zu diesen Themen mit ihr in Verbindung setzen.
Um über die Aktivitäten des Sportkreises Main-Taunus noch umfangreicher zu berichten, wurde eine neue Homepage erstellt und eine Präsenz auf Facebook geschaltet. Für diese Entwicklung engagierte sich, die stellvertretende Vorsitzenden Marion Polydore, die auch für entsprechende Artikel sorgt und die Kontakte zur Presse hält.
Das Sportabzeichen, das im letzten Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hat, erfreut sich auch im Main-Taunus-Kreis großer Beliebtheit. Zahlreiche Vereine und Schulen motivieren jährlich zusammen mehr als 2.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sich sportlich zu betätigen und das Sportabzeichen abzulegen. Der Sportabzeichenbeauftragte Christian Kratz zeichnet für die Ausstellung der Urkunden verantwortlich und organisiert gemeinsam mit Irmgard Krönung die Ehrungen für besonders verdiente Sportabzeichenerwerber.
 
 
 
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