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veröffentlicht am 28.10.2016

Erster inklusiver Sporterlebnistag im Main-Taunus-Kreis

Alle(s) inklusiv Sporterlebnistag Inklusion 2016

Erster inklusiver Sporterlebnistag im Main-Taunus-Kreis


Immer noch ist es für Menschen mit Behinderung im Main-Taunus-Kreis äußerst schwierig ein passendes Sportangebot zu finden. Wie bei Eva Hemmenstädt und ihrem Sohn, der eine Halbseitige Lähmung hat. Nach langer Suche steht Jonas mittlerweile im Tor der Teufelskicker in Frankfurt und will nächstes Jahr sein Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung bei der TG Schwalbach absolvieren.

Der Sportkreis Main-Taunus e.V., der Deutsche Gymnastikbund und der Main-Taunus-Kreis veranstalteten zusammen am 08.10.2016 den ersten „Sporterlebnistag Inklusion“ an der Bodelschwingh-Schule und der Heiligenstockschule in Hofheim. Dabei konnten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben und sich beim Blindenfußball probieren sowie bei verschiedenen Workshops die Fitnessbälle der Firma Togu testen, „Zumba“ tanzen oder sich an der Kletterwand versuchen. Auch die Sportvereine präsentierten sich auf dem inklusiven Sporterlebnistag. Der TV Hofheim stellte seine Bewegungsspielgruppe für Kinder ab fünf Jahren und Jugendliche mit und ohne Behinderung vor. Die TG Schwalbach war mit ihrer Deutschen Sportabzeichen Gruppe für Menschen mit Behinderung anwesend und informierte über ihre Judogruppe für Behinderte ab zehn Jahren und Erwachsene. Das Forum „Inklusion im Sport“ richtet sich besonders an Vereinsvertreter und Lehrer, die sich über die Möglichkeiten von inklusiven Sportangeboten im Verein sowie im Schulunterricht informieren konnten.

 „Es geht uns vor allem um Bewusstseinsbildung im Umgang mit Menschen mit Behinderung“, sagte Theresa Heintke. Sie ist die neue Koordinatorin für die Belange von Menschen mit Behinderungen beim Main-Taunus-Kreis. Dabei spielt auch der Kreisbehindertenbeirat eine wichtige Rolle, dessen Ziel die Umsetzung eines Aktionsplanes für den Main-Taunus-Kreis auf Grundlage der Behindertenkonvention der Vereinten Nationen ist. „Wir haben schon viel erreicht, es liegen aber auch noch viele Schritte vor uns“, erläuterte der erste Kreisbeigeordnete Wolfgang Kollmeier und lobte den Sporterlebnistag Inklusion als die „Pan-Olympischen Spiele des Main-Taunus-Kreises“.

Bürgermeisterin Gisela Stang freute sich sehr, dass die Veranstaltung in Hofheim stattfand. Die Kreisstadt Hofheim fungiert seit 2015 als „Modellregion Inklusion“. „Barrieren entstehen in den Köpfen. Wir sollten nicht immer die Schwächen betonen, sondern die Stärken in den Mittelpunkt stellen. Nicht separieren, sondern zusammenbringen, damit Inklusion normal wird“, betonte die Hofheimer Bürgermeisterin. Friederike Röhr, erste Vorsitzende beim Deutschen Gymnastikbund, fordert dazu auf „zu reden, aber auch zu machen“.

Hans Böhl, Vorstandsvorsitzender vom Sportkreis Main-Taunus, berichtete von einer Umfrage unter Vereinen zum Thema Inklusion. Die Rückmeldungen hätten ergeben, dass die Vereine inklusiven Angeboten positiv gegenüberstünden, es aber an qualifizierten Übungsleitern und den Voraussetzungen für inklusiven Sport fehle.

Im Großen und Ganzen war für alle Verantwortlichen die Veranstaltung ein Erfolg und ein erster Schritt in die richtige Richtung sowie die Grundlage für die folgenden Veranstaltungen in den nächsten Jahren.

Autoren: Stefan Vicen Moreno & Eva Homann

 

 
 
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