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veröffentlicht am 29.06.2019

Fit für die Zukunft

Sportkreisvertreter trafen sich zum Workshop Sport und Gesundheit in Wetzlar

Fit für die Zukunft
Mit der in Deutschland einmaligen Initiative „Sportland Hessen bewegt“ wollen der Landessportbund Hessen und das Hessische Ministerium des Innern und für Sport das Themenfeld „Sport und Gesundheit“ gemeinsam zukunftsorientiert entwickeln. Insbesondere soll das öffentliche Bewusstsein geschärft, die Angebotsstrukturen ausgebaut, die Qualität der Angebote gesichert und kontinuierlich verbessert, sowie ein Beitrag der Vernetzung vieler gesundheitsfördernder Bemühungen in Hessen geleistet werden.

Nach den Empfehlungen der WHO sollten Erwachsene, auch ältere Menschen, wöchentlich mindestens 5 x 30 Minuten lang eine körperliche Ausdaueraktivität von moderater Intensität und dazu 2 bis 3 mal pro Woche Krafttraining betreiben. Leider ist ein Trend zu insgesamt weniger täglicher Bewegung zu verzeichnen. Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist es wichtig, altersgerechte Angebote zu entwickeln, um Mitglieder in den Vereinen zu halten und bisher nicht sportaffinen Menschen den Weg in die Vereine zu ebnen. Dabei unterscheidet die soziale Stärke die Vereine von Mitbewerbern im Sport – Gemeinsame Sport- und Freizeitaktivitäten in den Vereinen helfen gegen die Vereinsamung.
Erste Ergebnisse aus einer Umfrage unter 50 – 75-Jährigen im Modellprojekt „Gesund älter werden bewegt“ im Sportkreis Offenbach zeigen die Chancen für die Sportvereine auf: Als Wunschsportarten wurden Fitness, Radfahren und Wandern genannt – Angebote, die sich auch ohne zusätzliche Hallenkapazität aufnehmen lassen. Vorhandene Parkplätze und ein Angebot in der Nachbarschaft waren den Teilnehmern sehr wichtig. Und 50 % der Umfrage-Teilnehmer können sich sogar eine ehrenamtliche Beteiligung am Vereinsleben vorstellen.

Mit dem Alltags-Fitness-Test wird den Vereinen ein Instrument angeboten, Personen anzusprechen, die nie oder lange nicht sportlich aktiv waren. Aber was geschieht dann? Das Alltags-Trainings-Programm (Fortbildung für ÜL-B Prävention) ist ein erster niedrigschwelliger Baustein, an moderate Bewegung heranzuführen. Das neue AFT-Praxis-Programm (Fortbildung für ÜL-C) ist mit individuellen Übungen auf der Basis der Testergebnisse nachhaltiger. Es ist als Kursprogramm über 14 Einheiten zur Überführung in die Vereinsangebote oder als Dauerangebot anwendbar. Übungsleiter-Fortbildungen sind für das kommende Jahr geplant

Die Halbe Stunde gegen Krebs - Evi Lindner, Projektleiterin „Bewegt bleiben“, berichtete von Studien, die belegen, dass sich das Risiko an Krebs zu erkranken durch regelmäßige Bewegung entsprechend den Empfehlungen der WHO (siehe oben) signifikant senken lässt. Während der Akutphase und in der Rehabilitation kann die körperliche Leistungsfähigkeit durch Sport erhalten bzw. wieder hergestellt und Nebenwirkungen reduziert werden. Patienten, die die aus der Reha kommen, können anschließend in Vereins-Rehasport-Gruppen „Sport in der Krebsnachsorge“ auf Verordnung trainieren. Für diese Angebote mit Verordnung und Abrechnung mit den Krankenkassen ist eine Rehasport-Lizenz notwendig. Die Fortbildung „Sport für (ehemalige) Krebspatienten“ am 26. Oktober 2019 bei uns im Sportkreis bietet Übungsleitern mit C-Lizenz Handlungssicherheit im Rahmen ihrer allgemeinen Gesundheitssportangebote und Reha-Übungsleitern, deren Ausbildung nur einen kleinen „Sport und Krebs“ Block beinhaltete, die Möglichkeit das Thema aufzufrischen bzw. zu intensivieren. Der Landessportbund kündigte einen Fachtag „Sport und Krebs“ für den 1. Februar 2020 an.

Das Modellprojekt AGIL – aktiv geht ́s immer leichter nimmt die Zielgruppe der hochaltrigen Personen in den Blick, die zu Hause leben. Das Projekt AGIL bietet ehrenamtlich Engagierten, Übungsleitern und Akteuren aus Sport und Bewegung, Aktiven aus Kirchen- und Moscheegemeinden, Betreuungskräften, Angehörigen und allen Interessierten eine kostenlose Fortbildung zur gezielten individuellen Bewegungsförderung von hochaltrigen Menschen in deren Zuhause. Durch Maßnahmen der Kurzaktivierung für Körper und Geist soll Gesundheitsförderung im Alltagsleben verankert werden. Hierzu wurden Übungskarten und ein Handbuch mit Erläuterungen entwickelt.


Text: Kathrin Zimmermann
Foto: lsbh
 
 
 
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