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veröffentlicht am 29.11.2019

Die ARAG informiert:

Aufsichtspflicht im Verein: Kennen Sie sich aus?

Die ARAG informiert:
(Auszug aus dem ARAG-Newsletter vom 27.1119) Eltern haben laut Bürgerlichem Gesetzbuch die Pflicht, ihre Kinder zu pflegen, zu erziehen und zu beaufsichtigen. Die Erziehung verantwortungsbewusster Eltern bewegt sich zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Aufsichtspflicht und der Selbstständigkeit des Nachwuchses. Und dann sind da noch die Zeiten, in denen Eltern ihre Kinder mitsamt der Aufsichtspflicht in fremde Hände abgeben. In der Kita, in der Schule und auch beim Vereinssport. Wo genau die Aufsichtspflicht von den Eltern an andere Personen übergeht und was diese dann wissen sollten, erklärt die ARAG.
 

Der Sportkreis Main-Taunus bietet auch 2020 wieder eine Fortbildung für Übungsleiter/innen und Betreuer/innen zum Thema Aufsichtspflicht und Kindeswohl an. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Wann beginnt die Aufsichtspflicht von Trainern und Übungsleitern?

Im Fall von Sportvereinen ist es so, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht für Kinder und Jugendliche an den Verein übertragen. Dieser delegiert sie wiederum an seine Trainer und Übungsleiter. Diese Übertragung geschieht per Vertrag. Das muss aber kein schriftlicher Akt sein. Eine Absprache reicht. Oder ein Signal: Der Übungsleiter signalisiert, dass er in dem Moment die Aufsichtspflicht übernimmt, in dem er die Tür zur Turnhalle aufschließt. Wann genau die Aufsichtspflicht von Eltern an Übungsleiter übergeht, bedarf also einer präzisen Absprache.
 

Unser Praxistipp: Elternabend für mehr Sicherheit und Transparenz

Wir empfehlen regelmäßige Elternabende, besonders aber einen zu Saisonbeginn, wenn neue Kinder dazustoßen. Hier kann unmissverständlich und transparent geklärt werden, wo die Aufsichtspflicht der Eltern aufhört und die des Vereines beginnt.

Im Grunde genommen beginnt bei Sportveranstaltungen mit Minderjährigen die Aufsichtspflicht mit dem Kommen der ersten Kinder und endet, wenn das letzte Kind abgeholt worden ist. Für den Hin- und Rückweg von zu Hause zur Sportstätte besteht übrigens keine Aufsichtspflicht für den Verein.

Was müssen Trainer und Übungsleiter tun, um ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen?

Aufsichtspflichtige sollten

  • beobachten,
  • überwachen,
  • belehren und
  • aufklären.

Es kommt dabei immer auf das Alter, die Kenntnisse und die Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen an. Konkret bedeutet das, dass die Gruppe weiß, wie sie sich verhalten soll, wenn der Übungsleiter kurz abwesend ist, möglicherweise nur, um die Toilette aufzusuchen.

Im Fall der Fälle sollten Trainer gefährliche Beschäftigungen beenden, gefährliche Gegenstände wegschließen und das älteste oder vernünftigste Kind auffordern, Hilfe zu holen, wenn etwas passiert. Selbstredend darf man seine Schützlinge nur aus einem wichtigen Grund alleine lassen; eine schnelle Zigarette neben der Turnhalle gehört nicht dazu.

Viele weitere Informationen zum Thema Aufsichtspflicht finden Sie auf der ARAG-Homepage.
Broschüre "Wie soll ich mich verhalten" - 50 Antworten zu häufig gestellten Fragen zu den Themen Recht und Versicherungen (Landessportbund Nordrhein Westfalen)

 
 
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