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veröffentlicht am 03.04.2020

Musiknutzung

in Videos und Livestreams

Musiknutzung
Der Landessportbund Hessen e.V. informiert:

Viele Sportvereine und -verbände haben im Verlauf der Corona-Pandemie ihr digitales Angebot deutlich ausgeweitet: Gestreamte Fitnesskurse gehören genauso zum Angebot wie Online-Tutorials zur Laufschule oder Workout-Videos. Wer solche Online-Angebote veröffentlicht und dabei Musik verwendet, muss jedoch einiges beachten. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengefasst:
 

Hintergrund

  1. Die meisten musikalischen Stücke sind urheberrechtlich geschützt und können daher nicht einfach verwendet werden. Die Nutzung muss hingegen erlaubt werden und ist meist mit Kosten verbunden.
     
  2. Die Nutzungsrechte der meisten Stücke werden in Deutschland über die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, verwaltet. Einige Künstler verwalten die Rechte ihrer Stücke aber auch selbst. Zudem gibt es auch gemafreie Musik, aber die kennt ihr im Normalfall nicht aus dem Radio und Co.!
     
  3. Der Landessportbund Hessen e.V. hat mit der GEMA einen Pauschalvertrag für seine Mitgliedsvereine, Sportkreise, Verbände und den lsb h abgeschlossen. Darin wird die Nutzung von gema-geschützter Musik bei einer Reihe von Veranstaltungen pauschal abgegolten. Dazu zählen etwa Weihnachtsfeiern, Sport- und Spielfeste, Vorführungen zur Vereinspräsentation, sowie – wohl am wichtigsten – Training und Wettbewerbe (mit max. 1000 Besuchern) solcher Sportdisziplinen, bei denen Musik integrierter Bestandteil ist. Eine vollständige Liste der Veranstaltungen finden Sie in unserem Vereinsberaterportal unter: www.lsbh-vereinsberater.de/vereinsmanagement/organisation-und-verwaltung/gema/
    Alle anderen Musiknutzungen müssen vor den Veranstaltungen der GEMA gemeldet und bezahlt werden. Im Rahmen des Gesamtvertrages erhalten Mitgliedsvereine einen 20%-igen Rabatt. Das gilt beispielsweise auch für Sportkurse, für die eine Kursgebühr erhoben wird.
     
  4. Folgerichtig ist die Nutzung von gema-geschützter Musik in öffentlich zugänglichen Online-Videos nicht zulässig.
     
  5. Für die Zeit der Corona-Pandemie hat die GEMA für Veranstalter mit bestehenden Pauschal- oder Lizenzverträgen jedoch Sonderregelungen erlassen. Demnach sieht die GEMA durch den Pauschalvertrag abgedeckte Musiknutzungen auch dann als abgegolten an, wenn diese während der Zeit behördlich angeordneter Schließungen der Sportanlagen nicht unmittelbar in den Sportstätten, sondern "virtuell" erfolgen, z.B. bei einer Anleitung durch die Übungsleitenden via Internet-Homepage o.ä. Dies gilt jedoch nur für die Live-Übertragung, die anstelle normalerweise analog erfolgender Angebote (z.B. Kurse) treten. Livestream als Ersatz der vertraglich geregelten Veranstaltung ist somit vom bestehenden Pauschalvertrag gedeckt. Eine separate Lizenzierung des Livestreams ist nicht notwendig. Das gilt auch für Livestreaming über Social Media Plattformen wie YouTube, Facebook, Twitch oder Twitter.  
     
  6. Nach Einschätzung des Landessportbundes Hessen sind dauerhaft abrufbare Videos, die nicht nur den Vereinsmitgliedern zur Verfügung stehen, von dieser Sonderregelung ausgenommen. Für die Nutzung gema-pflichtiger Musik wird in diesem Fall also eine zusätzliche Gebühr fällig. Hierzu läuft noch eine Anfrage des lsb h bei der GEMA. Sobald die Antwort vorliegt, werden wir an dieser Stelle darüber informieren.

     

Ratschläge und mögliche Vorgehensweisen

Der Landessportbund Hessen rät deshalb, einen der folgenden Wege zu bestreiten:

  1. Dauerhaft und öffentlich zur Verfügung gestellte Videos sollten keine Musik oder aber gema-freie Musik enthalten. Solche rechtefeie Musik finden Sie beispielsweise auf folgenden Internetseiten:
    https://www.klicksafe.de/themen/rechtsfragen-im-netz/irights/musik-und-sounds-fuer-meinen-film/teil-3-wo-finde-ich-freie-sounds-und-videos/
    https://freemusicarchive.org/
    http://bbcsfx.acropolis.org.uk/
    http://bbcsfx.acropolis.org.uk/ (Die BBC hat ihr Soundarchiv für den nichtkommerziellen Bereich freigegeben.)
    YouTube  Audiobibliothek, nur nach Anmeldung bei Google/YouTube nutzbar: https://www.youtube.com/audiolibrary/music?nv=1
     
  2. Videos mit gema-geschützter Musik sollten lediglich für Mitglieder abrufbar sein, bspw. auf einem (passwort-)geschützten Bereich der Vereinswebseite.
    Vereine, die Videos mit gema-geschützter Musik dauerhaft auf Kanälen wie YouTube zur Verfügung stellen möchten, sollten mit der GEMA einen gesonderten Vertrag abschließen: https://online.gema.de/lipo/home
     
  3. Sport-Videos mit gema-geschützter Musik können – dank einer Zusammenarbeit des Landessportbundes mit den Offenen Kanälen – über die Mediathek Hessen und im Programm des Offenen Kanals veröffentlicht werden. Von der Mediathek Hessen aus können Videos problemfrei verlinkt oder auf der eigenen Webseite eingebunden werden. Für dort veröffentlichte Videos besteht ein Pauschalvertrag mit der Gema, so dass sich Vereine hier keine Sorgen machen müssen.
     

Warum sollten Vereine die Mediathek Hessen nutzen und wie funktioniert das? 

  • Vor allem aus oben genannten Gründen: Hier können Vereinsvideos mit jeglicher Art von Musik veröffentlicht und dauerhaft zur Verfügung gestellt werden – ohne rechtliche Probleme oder zusätzliche Kosten. Durch Links oder Implementierungen auf die Webseite des Vereins ist eine Nutzung der Videos auch an anderen Stellen problemfrei möglich.
  • Die Offenen Kanäle, langjähriger Kooperationspartner des Landessportbundes Hessen, bietet Vereinen zudem eine telefonische Beratung für die Produktion von Videos sowie Unterstützung bei der Nachbearbeitung des Videomaterials an. Nicht nur während der Corona-Krise, sondern auch danach.
  • Der Austausch von Videomaterial (also auch die Zusendung Videos, die online gehen sollen), erfolgt dabei cloudbasiert: Vereine können ihre Videos per WeTransfer oder Dropbox übertragen oder die Cloud des Offenen Kanals nutzen. Interessierte aus ganz Hessen können unter info@mok-rm.de oder Tel. 069 9819 6743 Kontakt mit dem Offenen Kanal Rhein-Main aufnehmen. Ansprechpartnerin ist Nadine Tepe. Sie übernimmt auch die Abstimmung mit den anderen Offenen Kanälen in Hessen.
  • Die Vereine müssen die Rechte an ihren Videos nicht an den Offenen Kanal abtreten. Sie müssen lediglich bestätigen, dass die Rechte bei ihnen liegen und dass Persönlichkeitsrechte etc. eingehalten wurden.
  • Der Offene Kanal veröffentlicht die Videos in der Mediathek Hessen sowie über das digitale Kabelnetz im TV: Der Community-Sender Offener Kanal Rhein-Main ist im digitalen Kabelnetz von Unitymedia auf Programmplatz 391 zu finden. Via Livestream können die Inhalte unter www.mok-rm.de gesehen werden. Werden Sendungen verpasst, sind Sie unter www.mediathek-hessen.de ohne zeitliche Beschränkung abrufbar.
  • In der Mediathek werden die Videos unter der Themenrubrik „Sport“ platziert. Außerdem sollen sie perspektivisch prominent auf den Unterseiten der Offenen Kanäle positioniert werden. Auf der Seite des Offenen Kanals Rhein-Main z.B. dort wo gerade die „Frage der Woche“ erscheint: https://mediathek-hessen.de/partner_12_Medienprojektzentrum-Offener-Kanal-Rhein-Main.html

Quelle: Landessportbund Hessen e.V.
 

 

 
 
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