Sportkreis Main-Taunus e.V. 
im Landessportbund Hessen
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Sport trifft Politik

Der Sportkreis zu Gast im Hessischen Landtag

Sport trifft Politik
Auf Einladung der SPD Landtagsabgeordneten Nancy Faeser besuchten die Vorstandsmitglieder des Sportkreises am vergangenen Samstag den Hessischen Landtag. Nach einer Führung durch das Plenargebäude und einige Räume des Stadtschlosses ging es im Gespräch mit Nancy Faeser um Themen, die die Sportvereine im Main-Taunus-Kreis bewegen: Bindung und Gewinnung von Ehrenamtlichen, Bürokratischer Aufwand im Ehrenamt, Sportstätten in Zeiten der Wohnraumverdichtung, Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen.

Im Gespräch mit dem Sportkreisvorsitzenden Hans Böhl und den Vorstandsmitgliedern Ursula Groth (Schule und Verein), Sabine Frank (Bildung und Personalentwicklung), Richard Grützner (Vereinsmanagement), Stefan Natterer (Sportabzeichen) und der Leiterin der Servicestelle Sport, Kathrin Zimmermann, diskutierte Nancy Faeser die Situation der Sportvereine im Main-Taunus-Kreis.

Die Bindung bzw. Gewinnung von Ehrenamtlichen ist ein existentielles Problem vieler Vereine. Über die Projektarbeit hinaus ist die langfristige Bindung von engagierten Freiwilligen immer schwieriger, auch aufgrund veränderter Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Aufgaben im Verein werden auf immer weniger Schultern verteilt. Viele Vorstände fühlen sich nicht nur vom zeitlichen Umfang ihres Engagements, sondern auch durch immer mehr Bürokratie und die Sorge, als Laien den rechtlichen Anforderungen nicht gerecht zu werden, überfordert. Ein Beispiel ist die DSGVO, die viele Vereinsvorstände bei der Umsetzung verzweifeln lässt. Einige Vereine haben zunächst die Notbremse gezogen und als Sofortmaßnahme die Vereins-Homepage vom Netz genommen.

Ein anderes Problem ist, dass Lärm auf Sportplätzen immer wieder zu Ärger mit den Nachbarn führt. In Zeiten innerstädtischer Wohnraumverdichtung wird das Problem zukünftig eher größer, da Sport häufig dann ausgeübt wird, wenn andere sich entspannen wollen.

Da Frau Faeser die Bedeutung der Sportvereine für die Gesellschaft sehr hoch schätzt, will sie sich für bessere Rahmenbedingenen für die Vereine einsetzen. Die Vereine brauchen eine bessere finanzielle Förderung und den Abbau von Bürokratie und rechtlichen Stolpersteinen. Sie betont insbesondere die Wichtigkeit der Kooperation von Vereinen und Schulen auf regionaler Ebene, um den Schülern trotz Nachmittagsunterrichts weiterhin die Vielfalt des Sports vermitteln zu können. Neben den rein sportlichen Aspekten trägt Sport zur Persönlichkeitsentwicklung und Teamfähigkeit bei - nach Frau Faesers Meinung für eine Gesellschaft unverzichtbar.

Allerdings gestaltet sich die Suche nach nebenberuflichen Übungsleitern/innen und Trainern/innen immer schwieriger. Auch in diesem Bereich haben gesellschaftliche Veränderungen dazu geführt, dass im Main-Taunus-Kreis kaum qualifizierte Personen zu finden sind, die zusätzliche Sportstunden am Vormittag oder frühen Nachmittag anleiten könnten. Zur Bezahlung hauptamtlicher Trainer/innen und Übungsleiter/innen, die diese Stunden in der Schule aber auch in anderen Bereichen, wie z.B. dem Sport für Hochaltrige übernehmen könnten, fehlen den Vereinen die finanziellen Möglichkeiten. Aktuell ist gerade die Fortführung des Sportkreis-Pilotprojektes "Fit und gesund in der Schule" gefährdet, da bisher kein/e Übungsleiter/in für das kommende Schuljahr gefunden werden konnte. ==> Stellenausschreibung

Fazit: Nur mit Stärkung durch Politik und Kommunen können die Sportvereine den wachsenden gesellschaftlichen und sportlichen Aufgaben auch in Zukunft gerecht zu werden.

Text: Kathrin Zimmermann und Ursula Groth
Fotos: Kathrin Zimmermann
veröffentlicht am 02.07.2018