Neustart der Kooperationen von Schulen und Vereinen
Informationsveranstaltung zum Landesprogramm

Während der Pandemie kamen die Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen, die durch das Landesprogramm „Schule und Verein“ oder durch die Sportförderung an den Grundschulen vom Amt für Schulen und Kultur im Main-Taunus-Kreis gefördert werden, zum Erliegen. Um die zuvor erfolgreiche Zusammenarbeit wieder an zu stoßen, lud der Sportkreis Vertreter/innen von Schulen und Vereinen zu einem Informationsabend am 06. Febr. 23 in die Brühlwiesenschule in Hofheim ein.
Zu Beginn wurden die Vertreter/innen der Schulen, der Vereine und die Referent/innen von Kerstin Brestel, Vorstandsmitglied für den Bereich Vorschule, Schule und Hochschule, kurz begrüßt. Sie entschuldigte Frau Stukenberg vom Amt für Schule und Kultur des MTK, die leider wegen einer kurzfristigen Erkrankung an dieser Informations-Veranstaltung nicht teilnehmen könne. Der Flyer mit den wesentlichen Informationen über die Sportförderung des Kreises für die Grundschulen wurde stattdessen an die Anwesenden verteilt.
Hans Böhl, der Vorsitzende des Sportkreises, griff in seiner Begrüßung die bekannten Folgen des z.T. erzwungenen Bewegungsmangels für Kinder und Jugendliche durch die Coronazeit auf: Übergewicht, Koordinations- und Konzentrationsprobleme. Da Bewegung und erfolgreiches Lernen Hand in Hand gehen, besteht der Bildungsauftrag der Schulen auch darin, Sport anzubieten. Durch die Zusammenarbeit mit den Vereinen kann zusätzlich Bewegung gefördert werden. Hans Böhl verwies darauf, dass ein Schwerpunkt der Arbeit des Sportkreises in Zusammenarbeit mit den Vereinen in diesem Jahr die Förderung von Bewegung sowohl für die Kinder und Jugendlichen als auch für die Erwachsenen ist. Auf dem Plan stehen neben dem Sportabzeichen-Wettbewerb für die Schüler/innen auch einer für die Lehrkräfte – hier sind attraktive Preise zu gewinnen. Daneben wird der Sportkreis die Vereine bei den regionalen Angeboten wie z.B. das Parksportabzeichen tatkräftig unterstützen.
Uwe Zeyn vom Staatl. Schulamt des Landkreises Groß-Gerau und Main-Taunus-Kreises (SSA), als schulfachlicher Aufsichtsbeamter für das Landesprogramm „Schule und Verein“ zuständig, berichtete anschließend, dass die Zahl der Kooperationen in den vergangenen drei Jahren leider stark zurückgegangen sind. Einige Kooperationen mussten wegen Corona vorzeitig beendet werden. Im laufenden Schuljahr werden nur 7 Kooperationen in beiden Kreisen gefördert – bis zur Pandemie waren es zum Teil pro Jahr bis zu 20 neue Anträge.
Anschließend stellte Matthias Stücher, Fachberater Sport beim SSA, das Landesprogramm vor.
Zuerst nannte er die wichtigen Eckpunkte für die Kooperationsangebote:
Jährlicher Zuschuss für 3 Jahre i.H.v. 700 €; zwei Schulstunden pro Woche außerhalb des Schulsportes (kein Ersatz für Sportunterricht!); für Grundschulen und Sekundarstufe 1 möglich; der Breitensportakzent geht vor; darf nur von lizensierten Übungsleiter/innen durchgeführt werden.
Anhand einer Power-point-Präsentation erklärte er die Formalien beim Antrag, der Abrechnung während der Laufzeit sowie die Anforderung an die Stundennachweise und -berichte. Außerdem verwies Matthias Stücher auf die Vorteile des Programms, das eine längerfristige Zusammenarbeit (über die Laufzeit von drei Jahren hinaus) sowohl für die Schulen als auch die Vereine bietet. Besonders im Hinblick auf die geplante Ausweitung des Ganztagsangebotes bietet sich hier die Möglichkeit, die Bewegungsmöglichkeiten in der Schule zu erhöhen und den Zugang zu den Vereinen für die Schüler/innen zu verbessern.
Beim nächsten Programmpunkt beschrieb die Schulsportkoordinatorin des Main-Taunus-Kreises Katrin Junker kurz ihren Aufgabenbereich, der im Schwerpunkt die Förderung von Breiten- und Leistungssportgruppen sowie die Bewegungsförderung im Ganztag beinhaltet. Dabei arbeitet sie sehr eng mit den Fachberatern des Schulamtes zusammen, insbesondere bei der Sichtung von Talenten.
Einen wichtigen Aspekt ihrer Arbeit sieht sie darin, Ideen zur Umsetzung der Bewegungs- Förderung den Schulen und Vereinen aufzuzeigen. Hier geht es vor allem darum, die Kontakte aufzubauen, damit gemeinsame Projekte wie z.B. das Engagement der Vereine in Projektwochen an den Schulen oder auch die Mithilfe von Vereinssportlern bei den Bundesjugendspielen möglich werden.
Vor der Pause erläuterte Tim Schön, Koordinator des regionalen Talentzentrums an der Main-Taunus-Schule in Hofheim, kurz die Arbeit des Talentzentrums, dessen Aufgabe für die Sportarten Basketball, Volleyball und Badminton in der Talentsichtung und – förderung besteht. Da die Sichtung in den Grundschulen ab der 2. Klasse erfolgt, besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulamt. Nach erfolgter Auswahl werden die Talente in Gruppen sportartübergreifend bis zur 4. Klasse gefördert. Erst dann erfolgt die Zuordnung zu den drei Sportarten. In der Regel besuchen die Schüler/innen dann die Main-Taunus-Schule. Für andere Sportarten können z.B. Schulen in Frankfurt gewählt werden. Nach der 10. Klasse hängt der weitere schulische Werdegang vom sportlichen Talent/der Leistung der Schüler/innen ab.
In der Pause nutzen die Teilnehmer/innen die Möglichkeit zum Austausch und speziellen Nachfragen bei den Referenten.
Nach der Pause stellte
Christian Kaufmann, Referent für „Schule und Verein & Freiwilligen-management“ der Sportjugend Hessen die Überlegungen des lsb h zum Thema „Kinder in Bewegung“ in Schule und Verein vor. Zuerst präsentiert er die Ergebnisse verschiedener Studien zu den Auswirkungen der Pandemie im Besonderen und Bewegungsmangel im Allgemeinen vor. Bewegungsmangel hat neben der motorisch-gesundheitlichen Dimension sowohl eine kognitive als auch eine sozial-emotionale Dimension. Alle drei Faktoren werden in ihrer Bedeutung noch weiter untersucht - aber es zeichnet sich ab, dass die Förderung von Bewegung zur Verbesserung in allen drei Bereichen führt.
Künftig gehe es um die bessere Verknüpfung der „formalen Bildung“ (= Sportunterricht in der Schule) und der „informellen Bildung“ (Vereinssport), was durch den Sport im Ganztag („non-formale Bildung“) erforderlich wird. Beide - Vereine und Schulen – müssen die Bedeutung des jeweils anderen als Bildungspartner erkennen.
Als Herausforderungen für Kooperationen nennt Christian Kaufmann vor allem: das Personal/die ÜL sowie die Sportstätten müssen zur Verfügung stehen, die Finanzierung muss gesichert sein und die Kommunikation muss gut funktionieren. Dazu ist es im Vorfeld wichtig, dass vor Ort beide Seiten sich informieren (falls das nicht bereits geschehen ist), welche Schulen bzw. welche Vereine gehören denn zu unserem Gemeinwesen.
Bei der Sportjugend sind viele Ideen entwickelt worden, wie mehr Bewegung ermöglicht werden kann. Besondere Bedeutung kommt hierbei den Outdoor-Angeboten zu, da im Hinblick auf die meist zu geringe Hallen-Kapazität eine attraktive Alternative angeboten werden muss. Neben Outdoor-Sport wie Wurfspiele etc., bieten sich auch Rallys oder z.B. das niederschwellige Park-Sport-Abzeichen an, das auch gemeinsam als Familie durchgeführt werden kann. Weitere Anregungen sind auf der Home-Page der Sportjugend zu finden.
Alle Anwesend sind zuversichtlich, dass der Neustart der Kooperationen gelingt.
Text + Foto: Ursula Groth
Foto v.l.n.r.: Tim Schön, Christian Kaufmann, Uwe Zeyn, Kathrin Junker, Matthias Stücher, Kerstin Brestel
Zu Beginn wurden die Vertreter/innen der Schulen, der Vereine und die Referent/innen von Kerstin Brestel, Vorstandsmitglied für den Bereich Vorschule, Schule und Hochschule, kurz begrüßt. Sie entschuldigte Frau Stukenberg vom Amt für Schule und Kultur des MTK, die leider wegen einer kurzfristigen Erkrankung an dieser Informations-Veranstaltung nicht teilnehmen könne. Der Flyer mit den wesentlichen Informationen über die Sportförderung des Kreises für die Grundschulen wurde stattdessen an die Anwesenden verteilt.
Hans Böhl, der Vorsitzende des Sportkreises, griff in seiner Begrüßung die bekannten Folgen des z.T. erzwungenen Bewegungsmangels für Kinder und Jugendliche durch die Coronazeit auf: Übergewicht, Koordinations- und Konzentrationsprobleme. Da Bewegung und erfolgreiches Lernen Hand in Hand gehen, besteht der Bildungsauftrag der Schulen auch darin, Sport anzubieten. Durch die Zusammenarbeit mit den Vereinen kann zusätzlich Bewegung gefördert werden. Hans Böhl verwies darauf, dass ein Schwerpunkt der Arbeit des Sportkreises in Zusammenarbeit mit den Vereinen in diesem Jahr die Förderung von Bewegung sowohl für die Kinder und Jugendlichen als auch für die Erwachsenen ist. Auf dem Plan stehen neben dem Sportabzeichen-Wettbewerb für die Schüler/innen auch einer für die Lehrkräfte – hier sind attraktive Preise zu gewinnen. Daneben wird der Sportkreis die Vereine bei den regionalen Angeboten wie z.B. das Parksportabzeichen tatkräftig unterstützen.
Uwe Zeyn vom Staatl. Schulamt des Landkreises Groß-Gerau und Main-Taunus-Kreises (SSA), als schulfachlicher Aufsichtsbeamter für das Landesprogramm „Schule und Verein“ zuständig, berichtete anschließend, dass die Zahl der Kooperationen in den vergangenen drei Jahren leider stark zurückgegangen sind. Einige Kooperationen mussten wegen Corona vorzeitig beendet werden. Im laufenden Schuljahr werden nur 7 Kooperationen in beiden Kreisen gefördert – bis zur Pandemie waren es zum Teil pro Jahr bis zu 20 neue Anträge.
Anschließend stellte Matthias Stücher, Fachberater Sport beim SSA, das Landesprogramm vor.
Zuerst nannte er die wichtigen Eckpunkte für die Kooperationsangebote:
Jährlicher Zuschuss für 3 Jahre i.H.v. 700 €; zwei Schulstunden pro Woche außerhalb des Schulsportes (kein Ersatz für Sportunterricht!); für Grundschulen und Sekundarstufe 1 möglich; der Breitensportakzent geht vor; darf nur von lizensierten Übungsleiter/innen durchgeführt werden.
Anhand einer Power-point-Präsentation erklärte er die Formalien beim Antrag, der Abrechnung während der Laufzeit sowie die Anforderung an die Stundennachweise und -berichte. Außerdem verwies Matthias Stücher auf die Vorteile des Programms, das eine längerfristige Zusammenarbeit (über die Laufzeit von drei Jahren hinaus) sowohl für die Schulen als auch die Vereine bietet. Besonders im Hinblick auf die geplante Ausweitung des Ganztagsangebotes bietet sich hier die Möglichkeit, die Bewegungsmöglichkeiten in der Schule zu erhöhen und den Zugang zu den Vereinen für die Schüler/innen zu verbessern.
Beim nächsten Programmpunkt beschrieb die Schulsportkoordinatorin des Main-Taunus-Kreises Katrin Junker kurz ihren Aufgabenbereich, der im Schwerpunkt die Förderung von Breiten- und Leistungssportgruppen sowie die Bewegungsförderung im Ganztag beinhaltet. Dabei arbeitet sie sehr eng mit den Fachberatern des Schulamtes zusammen, insbesondere bei der Sichtung von Talenten.
Einen wichtigen Aspekt ihrer Arbeit sieht sie darin, Ideen zur Umsetzung der Bewegungs- Förderung den Schulen und Vereinen aufzuzeigen. Hier geht es vor allem darum, die Kontakte aufzubauen, damit gemeinsame Projekte wie z.B. das Engagement der Vereine in Projektwochen an den Schulen oder auch die Mithilfe von Vereinssportlern bei den Bundesjugendspielen möglich werden.
Vor der Pause erläuterte Tim Schön, Koordinator des regionalen Talentzentrums an der Main-Taunus-Schule in Hofheim, kurz die Arbeit des Talentzentrums, dessen Aufgabe für die Sportarten Basketball, Volleyball und Badminton in der Talentsichtung und – förderung besteht. Da die Sichtung in den Grundschulen ab der 2. Klasse erfolgt, besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulamt. Nach erfolgter Auswahl werden die Talente in Gruppen sportartübergreifend bis zur 4. Klasse gefördert. Erst dann erfolgt die Zuordnung zu den drei Sportarten. In der Regel besuchen die Schüler/innen dann die Main-Taunus-Schule. Für andere Sportarten können z.B. Schulen in Frankfurt gewählt werden. Nach der 10. Klasse hängt der weitere schulische Werdegang vom sportlichen Talent/der Leistung der Schüler/innen ab.
In der Pause nutzen die Teilnehmer/innen die Möglichkeit zum Austausch und speziellen Nachfragen bei den Referenten.
Nach der Pause stellte
Christian Kaufmann, Referent für „Schule und Verein & Freiwilligen-management“ der Sportjugend Hessen die Überlegungen des lsb h zum Thema „Kinder in Bewegung“ in Schule und Verein vor. Zuerst präsentiert er die Ergebnisse verschiedener Studien zu den Auswirkungen der Pandemie im Besonderen und Bewegungsmangel im Allgemeinen vor. Bewegungsmangel hat neben der motorisch-gesundheitlichen Dimension sowohl eine kognitive als auch eine sozial-emotionale Dimension. Alle drei Faktoren werden in ihrer Bedeutung noch weiter untersucht - aber es zeichnet sich ab, dass die Förderung von Bewegung zur Verbesserung in allen drei Bereichen führt.
Künftig gehe es um die bessere Verknüpfung der „formalen Bildung“ (= Sportunterricht in der Schule) und der „informellen Bildung“ (Vereinssport), was durch den Sport im Ganztag („non-formale Bildung“) erforderlich wird. Beide - Vereine und Schulen – müssen die Bedeutung des jeweils anderen als Bildungspartner erkennen.
Als Herausforderungen für Kooperationen nennt Christian Kaufmann vor allem: das Personal/die ÜL sowie die Sportstätten müssen zur Verfügung stehen, die Finanzierung muss gesichert sein und die Kommunikation muss gut funktionieren. Dazu ist es im Vorfeld wichtig, dass vor Ort beide Seiten sich informieren (falls das nicht bereits geschehen ist), welche Schulen bzw. welche Vereine gehören denn zu unserem Gemeinwesen.
Bei der Sportjugend sind viele Ideen entwickelt worden, wie mehr Bewegung ermöglicht werden kann. Besondere Bedeutung kommt hierbei den Outdoor-Angeboten zu, da im Hinblick auf die meist zu geringe Hallen-Kapazität eine attraktive Alternative angeboten werden muss. Neben Outdoor-Sport wie Wurfspiele etc., bieten sich auch Rallys oder z.B. das niederschwellige Park-Sport-Abzeichen an, das auch gemeinsam als Familie durchgeführt werden kann. Weitere Anregungen sind auf der Home-Page der Sportjugend zu finden.
Alle Anwesend sind zuversichtlich, dass der Neustart der Kooperationen gelingt.
Text + Foto: Ursula Groth
Foto v.l.n.r.: Tim Schön, Christian Kaufmann, Uwe Zeyn, Kathrin Junker, Matthias Stücher, Kerstin Brestel
veröffentlicht am 15.02.2023